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Mehr Farbe im Büro

Mehr Farbe im Büro
02. Juli 2018
Foto: Arvato Bertelsmann Istanbul Head Office/A4 Architecture/Polat Gülkas und Farbenergie.de

München Tine Kocourek weiß, wie ein Unternehmen seine Mitarbeiter noch mehr motivieren kann: Die richtige Farbgestaltung macht den Unterschied.  Wir trafen die Farbexpertin, die ihr Wissen auch in Seminaren weitergibt, zum Interview.

Frau Kocourek, wie sieht Ihrer Meinung nach die Farbgestaltung eines klassischen Wohlfühlbüros aus, wie unterscheiden sich beispielsweise Arbeitsplatz und Konferenzraum?

Also man sieht einem Unternehmen schon an, ob die Mitarbeiter wertgeschätzt werden, denn dann ist eine farbliche Abstimmung schon sehr wichtig. So eine Farbgestaltung zieht sich durch vom Empfang über die Flure bis hin zu den Arbeitsplätzen und dem Konferenzraum. Auch die Erholungsräume wie Küche oder Aufenthaltsraum sind wichtig für die Mitarbeiter – da zeigt sich, ob im Unternehmen auch ein gutes Klima herrscht.

Bei den Arbeitsplätzen müssen zwei Aspekte beachtet werden: Konzentration und Kommunikation sind beide wichtig. Das heißt, es darf schon irgendwie anregend sein, aber auch nicht zu lebendig, sonst geht die Konzentration wieder flöten. Von den Farbschemen her sind natürlich immer die ruhigeren Naturfarben gut, wie auch Blau und Grün. In einem Konferenzraum bieten sich Orange und Rottöne an, um Kommunikation anzuregen. Bei Orange und Rot empfehle ich natürlich immer, nur eine gewisse Menge in den Raum zu bringen, sonst kann es auch leicht erdrücken.

Welche farblichen Unterschiede gibt es beispielsweise bei der Gestaltung einer Bankfiliale im Gegensatz zur Gestaltung einer Filmproduktionsfirma?

Also man muss natürlich auch einen Farbton finden, der zum Unternehmen passt. Besonders für die Gestaltung des Konferenzraumes ist es wichtig zu bedenken, ob dort regelmäßig Kunden empfangen werden oder ob es ein Kreativraum ist. Ich empfehlde auch Unternehmen, die wenig Kundenkontakt haben, die CI-Farben in den Unternehmensräumen zu zeigen. Man kann die Mitarbeiterbindung mit CI-Farben stärken und die Unternehmensphilosophie in Farben und Bildern kommunizieren. Da sieht man auch gleich, ob ein Unternehmen eher seriös wirken will oder ob es flippiger daherkommt.

Eine Bankfiliale ist sehr stark auf ihre Kunden ausgerichtet. Farben, die seriös wirken, sind beispielsweise Grau- und Blautöne, die mit anderen Farben gemsicht werden. Ein blauer CU wirkt besonders vertrauensvoll. In einer Produktionsfirma ist natürlich alles ganz stark ausgerichtet auf Kreativität und auf Ideenreichtum, da geht es anregender zu, da darf es ein bisschen lustiger sein. Es wird irgendwo vielleicht auch mal ein buntes Legoauto stehen oder ähnliche Dinge, die die Kreativität anregen.

Von welchen Farben raten Sie ganz klar ab, welche würden Sie empfehlen?

Anstrengende Farben vermeide ich. Es sollte nich zu bunt sein und zu laute Kontraste sowie zu laute Muster gilt es zu vermeiden. Auch Eintönigkeit kann anstrengend sein, wenn es zuviel Weiß oder gar keine Kontraste gibt. Wovon ich auch gerne abrate ist die Kombination Weiß-Schwarz, die ist nämlich auch sehr anstrengend für Menschen. Die Farbe Violett würde ich auch nicht empfehlen – es sei denn, sie hat etwas mit dem Firmen-CI zu tun. Also zu manchen Unternehmen passt Violett auch gut, dass wären dann natürlich Ausnahmen. Aber sie ist eine hochspirituelle Farbe.  Sie wird von der Kirche benutzt und ist definitiv eine Machtfarbe und sehr dominant.  Es kann allerdings auch gut für ein Unternehmen sein, wenn es eine Farbe benutzt, an der sich die Geister scheiden. Denn so bleibt man im Gespräch.

Frau Kocourek, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Weitere Gestaltungsideen für das Office finden Sie in der Juni/Juli-Ausgabe der RZ.

Mehr Infos von Tine Kocourek und ihren Gestaltungsseminaren gibt es unter www.farbenergie.com

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