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Wohnbau hilft Möbelmarkt auf die Beine

Wohnbau hilft Möbelmarkt auf die Beine
30. Juni 2016
Foto: Interconnection Consulting

Oberstdorf. Der deutsche Möbelmarkt hat im letzten Jahr sein Wachstum weiter beschleunigt. So stieg der Umsatz der Branche, laut einer Studie von Interconnection Consulting, um 1,5 Prozent auf 25,9 Mrd. Euro. In den Jahren zuvor lag die Wachstumsrate bei etwa einem Prozent. Begünstigt wurde die positive Entwicklung durch den Anstieg im Wohnbau. Die Studie prognostiziert für dieses Jahr den Höhepunkt des Wachstums (+1,7 Prozent in Wert). In den folgenden Jahren wird sich das Wachstum zwar weiter fortsetzen, allerdings mit einer niedrigeren Rate.

Im letzten Jahr wurden 4,5 Prozent mehr Wohnbauten fertiggestellt als noch 2014. Auch die Anzahl der Baubewilligungen am Wohnungssektor stieg um 5,2 Prozent. Neben der steigenden Wohnungsnachfrage (auch aufgrund von Migrationsbewegungen), hat auch eine positive Entwicklung bei den Reallöhnen zu einer höheren Nachfrage nach Möbel geführt. Trotz höherer Umsätze wird der Markt dennoch mit billigen Produktlinien geflutet. Grund dafür ist die im europäischen Schnitt niedrige Eigenheimquote von 52,5 Prozent. „Mieter sparen beim Möbelkauf mehr als Eigenheimbesitzer“, erklärt Neva Rukonic, Autorin der Studie, den Trend zu Billigprodukten.

Eine Ausnahme für diesen Trend bildet das Küchensegment, das auch den größten Marktanteil am Möbelmarkt mit 30,6 Prozent verbucht. So konnte der Umsatz beim Küchenverkauf im letzten Jahr um 2,4 Prozent gesteigert werden. Steigende Durchschnittspreise bei Küchen sind hierfür der Grund. Dabei zeigte sich auch, das gleichzeitig mit dem Anstieg des Marktanteils bei Küchen das Premiumsegment im gesamten Möbelsegment stark zulegen konnte (2012: 22,9 Prozent, 2015: 24 Prozent). Insgesamt profitieren die deutschen Küchenhersteller vom hohen technologischen Standard, der von vielen europäischen Ländern nicht erreicht wird. Dies gilt auch für die Sofageneration deutscher Produktion. Mit multifunktionalen Sofas (Relaxfunktion, Fußstützen, Aufstehhilfen, usw.) konnten deutsche Hersteller ihren technologischen Vorsprung gegenüber dem ausländischen Mitbewerber auch in eine Umsatzsteigerung umwandeln. So stieg auch der Erlös dieser Produktgruppe um 3,3 Prozent gegenüber 2014. Sofas und Stühle waren im vergangenen Jahr die Produktgruppen mit den höchsten Wachstumsraten.

Insgesamt dominieren am Möbelmarkt jedoch weiterhin das Mittelklasse- und Billigsegment, mit einem wertmäßigen Marktanteil von 66,6 Prozent. In Zukunft wird, laut Interconnection Consulting, das Premiumsegment vor allem vom Luxussegment Marktanteile gewinnen. So wird der Marktanteil des Luxussegments von heute 9,5 Prozent bis 2019 auf 8,6 Prozent sinken.

www.interconnectionconsulting.com

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