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Zeichen-Tipps von Kerstin Kirchheim

Zeichen-Tipps von Kerstin Kirchheim
16. März 2018
Foto: Mirjam Rüscher, Skizze: Kerstin Kirchheim

Designerin Kerstin Kirchheim, Kirchheim Wohnkonzepte, gibt Tipps und verrät Tricks von der groben Skizze zur feinen Zeichnung. Heute widmet sie sich geometrischen Mustern:

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Materialien
Der gute alte Bleistift kann alles, was eine Skizze braucht. Wer tiefer einsteigen will, sollte sich einen Nachmittag im Künstlerbedarf gönnen und dort Stifte ausprobieren und sich seine Zeichenmaterialien zusammenstellen. Ich arbeite gerne mit farbigen Markern, die lasierend im Auftrag sind, mit feinen Filzstiften in verschiedenen Farben und mit schwarzer und weißer Ölkreide. Das Papier sollte nicht zu dünn sein aber vor allem zum Stift passen.

Konzeptionelle Vorskizze
Am Anfang einer Zeichnung steht immer eine Idee, die grob ins „Unreine“ vorskizziert wird. Mit so einer konzeptionellen Skizze oder auch Skribbel, lässt sich überprüfen, welche Perspektive sinnvoll ist, wo Farb- und Musterflächen verteilt werden sollen und wo der Fokus der Zeichnung liegen soll. Hier wird das Bild komponiert. Einer Zeichnung gehen in der Regel drei bis fünf Skribbels voraus. Diese Skribbels in Postkartengröße bezeichne ich als “Denken mit dem Stift“.  Ziel ist es immer, das Besondere einer Raumgestaltung zu visualisieren und eine interessante und spannungsreiche Zeichnung zu generieren.

Ausarbeitung
Je nach Vorhaben und Auftragsvolumen gestaltet sich auch die zeichnerische Herangehensweise: Leicht skizzenhaft bis hin zu detailgenau und ausgearbeitet. Perspektivisches Zeichnen ist per se nicht schwer – man muss sich nur an ein paar simple Grundregeln halten und üben. Gleiches gilt für das Anlegen einer Skizze in Farbe. Licht und Schatten spielen eine wesentliche Rolle und lassen die Zeichnung sofort plastischer wirken. Wandöffnung, Türen und Fenster nicht zu sehr betonen, da sie Nebendarsteller sind. Als Neueinsteiger in das Thema sollte man seine Zeichnungen eher einfach halten und sich nicht in Details verzetteln.

Geometrische Muster
Bei stark grafisch wirkenden geometrischen Mustern ist es wichtig, deren Wirkung in harmonischen Einklang mit der Architektur, den Lichtverhältnissen, Gestaltungsgegenständen und Möbeln zu bringen. Grundsätzlich gilt: Hohe Wände sind für große Muster besser geeignet als niedrige. Kleine Akzente wie Kissen oder Plaids als „Satelliten“ sind eine gute Wiederholung des Themas im Raum. Eine, maximal zwei gemusterte Flächen, die eingerahmt werden von großen, einfarbigen Segmenten, reichen als Fokus. So können die Muster besonders gut wirken und das Auge des Betrachters hat die Möglichkeit, sich auszuruhen. Weniger ist hier mehr: Zu viele Muster in intensiven Farben können einen mittleren bis kleinen Raum erdrücken, zudem stehlen sie sich häufig gegenseitig die Show. Ein heftiger Total-Mustermix kann spannend sein, führt aber, wenn er nicht gut umgesetzt ist, schnell zu Reizüberflutung. Deshalb gehört er – genau wie monochromatischer Minimalismus – zur Königsdisziplin im Interior Design.

Zeichnen lernen
Das Team Kirchheim & Perk bietet Workshops zum Thema Wohnberatung an, bei denen auch gezeichnet wird. Weitere Informationen finden Sie unter: https://perk-unternehmensberatung.de/team-kirchheim-perk-konzept/

Intensive-Zeichen-Workshops mit Kerstin Kirchheim können individuell für kleine Gruppen geplant werden.
Anfragen richten Sie bitte direkt an Frau Kirchheim: mail@kerstin-kirchheim.de

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